Mokka Journey – Wie passen Hunde, Kaffee und agile Produktentwicklung zusammen? Teil 4

Themenreihe zum Prototyping Selbsttest - Wir gehen der Frage nach, wie schnell sich eine Idee zum erfolgreichen Produkt entwickeln lässt.

Am vergangenen Samstag war es soweit – bei der Potsdamer Erlebnisnacht sollten verschiedene Hypothesen überprüft werden und ein paar Abläufe und Teile der Präsentation verbessert werden. Bei den vorherigen Tests haben wir positives Feedback bekommen, was uns einfach skeptisch machte, denn wir waren uns sicher, dass wir noch nicht am Ziel angelangt sein konnten.

Das Setting war wie in der vorherigen Woche, nur dass das Potenzial an vielen verschiedenen Kunden aufgrund des Events deutlich höher war.

Folgenden Fragen gingen wir diesmal nach:

  1. Für wen ist unser Angebot von Interesse? Wer sind die Early Adopters? Welches Wertangebot versprechen sie sich? Ist das Thema Urlaub ein Teil davon?
  2. Was ist für die Early Adopters das Produkt?
  3. Sind wir mit unseren Prozessen ausreichend effizient in der Produktion sowie beim Auf- und Abbau?
  4. Haben Kaffee und Hundeladen einen nennenswerten Einfluss aufeinander? Befördert der Kaffeestand das Interesse an Hundeartikeln?

Wer sind unsere Kunden?

Wenn man eine Produktidee möglichst schnell in den Markt bringen will, muss man vor allem verstanden haben, wer das Produkt als erstes kaufen würde – die sogenannten Early Adopters.

Wen haben wir nun am Stand getroffen und wer hat letztlich den Kaffee gekauft? Es waren vor allem Kaffeeliebhaber und –gourmets, die offen für Neues sind.

Allerdings gab es auch Gruppensituationen, in denen eine Person unseren Mokka probiert hat. Die übrige Gruppe teilte sich in diejenigen, die ganz langsam Interesse geschöpft haben, immer ein Stückchen näher kamen und letztlich den Mokka konsumiert haben. Und dann gab es meist noch einen Teil der Gruppe, der sich einfach nicht überwinden konnte und noch viel zögerlicher der Gruppenorientierung folgen wollte. Diese Gruppe wollte nichts Neues ausprobieren.

Insgesamt waren unsere Kunden auch sehr interessiert an Geschichten und Informationen zu Kaffee, Honig und unserer Idee hinter den Rezepten. Gleichzeitig waren sie sehr kommunikativ. Teilweise sind auch Gespräche untereinander entstanden, da oftmals ein Bedürfnis bei den Kunden entstand, beschreiben zu wollen, was sie konkret schmecken, was sie damit assoziieren und was ihnen konkret am Mokka schmeckt. Teilweise war auch Inspiration wahrzunehmen, denn es wurde über mögliche Rezept-Varianten laut nachgedacht: z.B. in Kombination mit Alkohol oder als Kaffee-Cocktail. Kunden befragen macht viel Sinn, weil man viel über seine Zielgruppe lernt, aber auch neue Impulse für Produktentwicklungen bekommt. Wir freuen uns schon auf unseren internen Produkttest von Mokka mit Schuss.

Was ist das Produkt?

Eine zentrale Frage war, was eigentlich unser Produkt ist. Alle Tests haben gezeigt, dass die Art der Zubereitung großes Interesse hervorruft. Diese war Ausgangspunkt für Fragen, Informationen und Geschichten zum Kaffee und der Zubereitung. Die Gerüche während der Zubereitung haben weitere Sinne angesprochen: Geruch von Kaffee, von Limette und Ingwer oder Zimt und Kardamom ließ unsere Kunden schon den Genuss des Mokkas im Geiste vorbereiten. Spätestens beim Ansetzen der Cezve (die Kanne) an die Tasse und der Blick auf die Crema steigerte die Vorfreude.

Wir haben einiges an Trinkgeld eingenommen. Daraus schlossen wir u. a., dass auch unsere Beratung zum Kaffee sowie die Geschichten zur Imkerei, dem Kaffee und seinen Varianten sowie Geschichten zu den Präferenzen der Kaffeezubereitung Teil des eigentlichen Produkts zu verstehen ist.

Die Käufer konnten Kaffee mit allen Sinnen und ihrem Verstand erleben. Das passt  sehr gut zu den Early Adopters, die sich für Kaffee interessieren.

Zum Mokka gab es sehr gute Feedbacks, was ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass wir mit dem Kernprodukt gute Chancen hätten. 97% sagten, sie würden den Kaffee noch einmal trinken und lediglich 2-3% hätten etwas anderes erwartet. Wir vermuten, dass die hohe Zustimmungsquote auch daher resultiert, dass Personen, die Kaffee nicht sehr mögen (z.B. Teetrinker) unser Angebot nicht wahrgenommen haben. Unsere Erkenntnis: Wer Kaffee mag, wird uns lieben!

Es hat uns überrascht, dass hauptsächlich die Mokkarezepte mit Gewürzen bevorzugt wurden. Die Mokkas mit lediglich einer Kaffeesorte ohne Gewürze wurden kaum bestellt. Gleichzeitig haben wir unbewusst einen großen Einfluss auf die Produktauswahl genommen. Anfangs haben wir aus eigener Begeisterung heraus vor allem Kenia angepriesen – was auch überraschend häufig probiert wurde. Wir haben das dann einfach mit der Variante „Indonesien“ mit Ingwer genauso gemacht, was größtenteils ebenso gut funktionierte, sofern Ingwer auch als angenehmes Gewürz empfunden wurde.

Als weiteren Produktanteil haben wir die Vermittlung des Gefühls von Urlaub vermutet. Und es gab auch Kunden, die diese Assoziation laut formulierten: „Ein Schluck Urlaub“. Allerdings haben die Early Adopters primär den Kaffee im Sinn gehabt. Das Urlaubsgefühl war lediglich ein Zusatznutzen und zwar bei der erfrischend schmeckende Sorte „Kenia“ mit Limette und Honig.

Wie gut sind unsere Prozesse?

Die Zubereitung des Mokkas ist keine Express-Zubereitungsart, sondern bedarf eines effizienten Prozesses, damit es nicht zu lange dauert. Interessant war allerdings, dass lediglich für 2-3 potenzielle Kunden der Zeitfaktor ein Thema war. Insbesondere wenn die Begleitung kein Interesse an dem Kaffee hatte und anfing zu drängeln. Das war aber die Ausnahme. Obwohl der Stand eher eine To-Go Optik hatte, verweilten die Kunden am Stand, um in Ruhe zu trinken, sich über Kaffee und Rezepte zu unterhalten und warteten vor allem sehr geduldig auf ihren Kaffee.

Was relativ viel Zeit gekostet hat, war der Auf- und Abbau des Standes. Jeweils 1,5 Stunden hat es gebraucht Arbeitsfähigkeit herzustellen und alles wieder ordentlich verstaut zu haben. Hier ist sicherlich noch einiges zu optimieren. 

Passen Hunde und Kaffee zusammen?

Eine der spannendsten Fragen für uns war, ob wir das Thema Mokka mit dem Hundeladen von Dogs Company verknüpfen können. Hundeladen und der Kaffeestand wurden offenbar als zwei separate Bereiche wahrgenommen. Ein kleiner Teil kam wg. des Hundegeschäfts in den Hof und nahm einen Kaffee auf den Rückweg mit. Bei wenigen passierte dies genau umgekehrt. Sie kamen wegen des Kaffees und da sie Hunde haben, gingen sie in das Geschäft. Ein weiteres interessanteres Phänomen war das Verhalten von Ehepaaren: Die Damen verschlug es direkt in den Hundeladen und die Herren verweilten draußen am Kaffeestand. Insgesamt handelt es sich um knapp 10% der Kunden. Wir vermuten, dass eine Art Café als Ergänzung zum Hundeladen durchaus Potenzial hätte, aber nach unserer bisherigen Erkenntnis ist Mokka stärker an Kaffeeliebhaber gerichtet, was den Kreis der Kunden für dieses Zusatzangebot deutlich reduzieren würde.

Wie geht es mit der Mokka Journey weiter?

„Wo findet man Sie denn sonst mit Ihrem Mokka?“ wurde häufiger als Frage an uns gestellt. Wir haben es uns aber auch nicht nehmen lassen danach zu fragen, wo man uns denn erwarten würde. Bei besonderen Events wie der Potsdamer Erlebnisnacht oder exklusive Themenabende oder ähnliches. Wir haben inzwischen einige Ideen entwickelt, wie wir das Thema noch ein wenig weiter entwickeln können. Was wir tatsächlich daraus machen werden, steht allerdings noch nicht fest.

Wenn Sie mehr zur Mokka Journey erfahren wollen oder eine eigene verrückte Idee weiterentwickeln wollen, dann nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf.

 

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