Gegen das Vergessen:

Mit Blended Learning das Erinnerungsvermögen steigern

 

E-Learning wird häufig zur Einsparung von Personalentwicklungskosten eingesetzt, obwohl eher die Lerneffektivität und -effizienz im Vordergrund stehen sollten.

Das Problem: Menschen sind vergesslich

Es ist eine Illusion, dass Lernende nach einem klassischen Training das angeeignete Wissen zu großen Teilen über das Training hinaus speichern können. Insbesondere bei völlig neuen oder sehr abstrakten Themen ist das langfristige Speichern von Wissen eine große Herausforderung. Die Erkenntnis, dass wir bereits in kurzer Zeit das meiste wieder vergessen, ist nicht neu. Zusätzlich verstehen wir durch die neurologische Forschung, warum das so ist.

Muss man das als gegeben akzeptieren? Wir finden: Muss man nicht!

Die Grundlage: Ein integriertes Konzept

Mit unseren Technologiepartnern setzen wir derzeit u.a. ein Training zum Thema „Agile Führung“ auf. Die Zielgruppe der meisten Trainings arbeitet in einem komplexen Umfeld und die permanente Informationsflut ist nicht ungewöhnlich. Und jetzt soll auch noch ein Training hineinpassen?

Wie schafft man es also, dass eine solche Zielgruppe möglichst viel aus dem Training mitnimmt und nicht gleich alles wieder vergisst?

Der Grundgedanke ist, die Lernkurve möglichst steil und konstant verlaufen zu lassen und die Vergessenskurve möglichst flach zu halten.

Erfolgsfaktor 1: Visualisierung und Interaktivität im Workshop

Der Einstieg in die Lernkurve erfolgt im Training selbst.

Durch den Einsatz von Case Studies wird die Theorie direkt in praxisnahe Szenarien übersetzt. Dies wird ergänzt durch die Reflexion und Weiterentwicklung der eigenen, persönlichen Führungskonstellation. Unterstützung und Struktur erhalten die Teilnehmer durch einen Führungs-Canvas: diese Visualisierung dient zur Analyse der Situation sowie zur Festlegung und Weiterentwicklung des Führungsrahmens. Diesen Führungs-Canvas wenden die Teilnehmer in ihren Case Studies an.

Nach dem Workshop werden die Teilnehmer in ihren ersten Schritten bei der Anwendung agiler Methoden gecoacht. So werden sie einerseits motiviert, die eine oder andere Durststrecke zu überwinden und erhalten andererseits Hinweise zu typischen Fallstricken.

Theoretische Führungsseminare haben aus unserer Sicht ausgedient. Es geht immer um die sofortige Anwendbarkeit des Wissens.

Erfolgsfaktor 2: Kleine und unterhaltsame Lerneinheiten

Das Vor-Ort-Training wird mit E-Learning Elementen kombiniert. Es werden beispielsweise kleine 5-minütige Sequenzen (sogenannte Learning Nuggets) in Form eines Web-based Trainings (WBT) angeboten. Learning Nuggets konzentrieren sich auf ein spezifisches Lernziel und der Lernende erhält so in kurzer Zeit die Information, die er erwartet. So kann der Lernende entweder gezielt Themen wiederholen oder ein spezifisches Thema bearbeiten und vertiefen.

Wir verbinden das Training zudem mit spielebasierten Lernlösungen. Das heißt, wir binden Quizze in unser Lernkonzept ein. Neurologische Forschungen zeigen, dass Wiederholungen mithilfe von Quizzen effizienter sind als das wiederholte Lesen von Fachwissen. Gleichzeitig führen Quizze, wenn sie wie Computerspiele aufgesetzt sind, durch Spaß und Emotionalisierung zu einer dauerhaften Motivation und langfristigen Bindung. Glauben Sie mir, Führungskräfte spielen in ihrer Freizeit Quiz-Duelle mit Kollegen.

Erfolgsfaktor 3: Wissen für alle Lebenslagen

Die Möglichkeit zum digitalen Lernen sollte überall und jederzeit bestehen – also auch auf mobilen Geräten verfügbar sein. Auf dem Weg zur Arbeit kann die Zeit beispielsweise ideal genutzt werden, um sich mit „Wissens-Häppchen“ zu versorgen. Das ist heute leider noch keine Selbstverständlichkeit, da mobile Lösungen ein spezifisches Design- und Didaktik-Konzept benötigen.

Eine Wissensdatenbank sollte grundsätzlich Teil des Gesamtkonzepts sein. Als mobile Anwendung kann so in der spezifischen Anwendungssituation auf das Wissen sofort und direkt zugegriffen werden.

Erfolgsfaktor 4: Vernetzung des Wissens und Konsistenz

Wir halten sehr viel davon, die einzelnen Wissensbereiche und Lernformate miteinander zu verknüpfen. Wird ein WBT eingesetzt, kann man das passende Quiz starten. Im Quiz erhält man zu einer Antwort eine kurze Erklärung mit Verweis auf die passende Stelle in der Wissensdatenbank oder dem Learning Nugget im WBT. Und natürlich sollte das Wissen sowohl in den Workshops und Coachings als auch in der E-Learning-Lösung konsistent sein.

Ergebnis: Out of the Box und trotzdem individuell

Durch den anwendungsbezogenen Workshop, das Coaching, die Lernwiederholung verknüpft mit spielerischen Elementen und der Möglichkeit, in der Anwendungssituation spezifisches Wissen zu vertiefen, wird die Vergessensquote enorm reduziert.

Das ganze Konzept klingt ggfs. sehr kompliziert und teuer – muss es aber nicht sein!

Wir haben das didaktische und technische Konzept standardisiert und können die Umsetzung an die Wissensdomäne und die spezifische Kundensituation anpassen. Dadurch erfolgt die Umsetzung schnell und effektiv. Darüber hinaus haben wir Mechanismen eingebaut, mit denen die Daten- und Wissenspflege effizient verläuft.

Es lohnt sich also, dem Vergessen entgegenzuwirken – mit einem ganzheitlichen Lernansatz.

Für weitere Informationen zu diesem Thema, sprechen Sie uns an: info@apiarista-consulting.de

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